eduard-gerlach-chronik-125-jahre-seite-82-121

Auf sozialen Netzwerken teilen

Link teilen

Verwenden Sie einen permanenten Link zum Teilen in sozialen Medien

Mit einem Freund teilen

Bitte Anmelden um das zu senden presentation mit E-Mail!

In ihre Website einbetten

Wählen Sie eine Startseite

28.

34.

7. "Deutschlands wirt- schaftlichen Wiederaufstieg unterstützte Herr Eduard Gerlach im Jahre 1935 durch den Bau einer rieuen Fabrik, seitlich des alten Fabrikge- bäudes. Der Neubau konnte infolge Platzmangels 1935 nur zur Hälfte ausgeführt werden (südliche Hälfte). Für 1936 sah man nach Abbruch des sogenannten Reklameschuppens die Vollendung vor. Das erste Richtfest in den November - tagen 1935 war für alle, die das Glück hatten daran teil- zunehmen, im wahrsten Sin- ne des Wortes ein Kamerad- schaftsfest. Nach einem war- men Abendessen kam beim bekömmlichen Barre - Bier eine nicht zu übertreffende Stimmung auf. Die rechtssei- tigen Bilder spiegeln diese wider. "

8. Bauarbeiten an der Südhälfte de s Laborbaues neben dem Reklameschuppen Richtfest 18 .09. 193 6 Laborbau, Blick auf da s Dach ( mit Anni Gerlach-Hollmann, geb. S teinbr ec her ) Richtfest 18 .09. 19 36 Laborbau, auf dem Fabrikhof vor dem Neubau, ganz rechts Eduard Gerlach mit Wolfgang Kühn

36. Alte Fabrikfront, dahinter fertiger Nordflügel des neuen Verwaltungsgebäudes Verwa ltu ngsgebäude um 1980

6. 1 000. K r e m koc hun g in d e m J a hr 1 940. Do pp e l se it e a u s " G e f o l gsc haf tsb u c h " . Das v o n d e r P a rte i ve r l a ng t e " Gef o l g · sc h a ft s bu c h " b es t e ht i m wese ntli c h e n a u s E in trag un gen zu d en Be tr ie b s f e i e rn . • - "Di e 1000. Kremkochung - e in Grund zum Trinken! So lautet der Text des kleinen Plakates auf den Bildern rechts. Am 26. Juli 1940 war die 1000. Kremkochung. Diese Gelegenheit benutzte Herr Gerlach , um abends mit den Vertrauten ' Helfern bei der Kremfabrikation ' in seiner Wohnung einige Stunden zusammenzusein. Lag doch auch ein Grund zum Trinken vor! Jawohl - Und deshalb galt es, ein Faß ' Ba r re Bräu ' zu töten. Die Bilder zeigen , wie gemütlich das zuging. "

21. ie britische Besatzungs- macht, die in den Jahren 1945 / 46 in Lübbecke ihr Zonen- hauptquartier bezogen hatte, konnte von seiten Eduard Gerlachs nicht mit allzuviel Sympathie rech- nen, zumal ihn die Besatzungs - macht aus dem Lübbecker Bürger - meisteramt gedrängt hatte. All- tägliche Reibereien im Umgang mit der Besatzungsmacht waren nicht zu vermeiden. Jeder Vorfall bestätigte vorläufig seine Abnei- gung. Folgende Begebenheit wirft ein Schlaglicht auf die damaligen Zeitverhältnisse: C o c ktail Party in Vi ll a Bla se, Eduard Ge rl ac h mit briti s chen Offizi e r e n 1 9 51 Wilhelm Nolte, Eduard Gerlachs treuer Fahrer und Faktotum, war auf dem Elektrokarren der Firma in das britische Sperr- gebiet der Stadt gefahren, um Brennmaterial zu besorgen. Das Sperrgebiet war durch einen Stacheldrahtzaun abge- grenzt. Die Durchlässe wurden mehr oder weniger genau kon- trolliert. Innerhalb des Sperr- bezirkes galt absolute Militär- hoheit. Nolte wurde bei seinem Vorhaben beobachtet und er- wischt. In der im Sperrgebiet liegenden St.-Paulus-Innung am Gänsemarkt wurde er festgehal- ten und erhielt bald Gesell- schaft, nämlich die seines Chefs. Wilhelm Nolte sah aus dem Fenster und bemerkte, wie einige britische Soldaten an sei- nem geliebten Elektrokarren herumspielten. Nolte riß das Fenster auf und brüllte die "dummen Deubels" an, die Finger von der Karre zu lassen. duard Gerlach und Wilhelm Nolte waren sich wieder ein- mal einig, dieses Mal in ihrer Ab- neigung gegen die Engländer. Das hinderte Eduard Gerlach nicht daran, später als Stadtverord - neter Einladungen des britischen Generals anzunehmen. Dieser resi- dierte in der neuen Villa Blase auf der Höhe des Gallenkampes. ie besondere Fürsorge der Firma Gerlach hatte immer ihren Mitarbeitern gegol - ten . Sie setzte sich auch in den schwierigen Nachkriegsjahren fort. Zwischen Kriegsende und Währungsreform nutzten Geld - zuwendungen wenig . Sachleistun - gen waren gefragt . Die Geschäfte wurden über den üblichen Tausch- handel abgewickelt . Die Pharma- großhandlung " Pharma Vehlen " war Gerlachs Partner in einem Weihnachtsgeschäft. Die Mitarbei- ter des Hauses Gerlach konnten ihre Wünsche zum Fest, wie Zahn-

39. , , \ \ Brennhaus vo n S üd e n \ Entstehender Neubau vo n N ordwes t e n 1 956 Brennhaus vo n Sü d os ten

4. er wichtigste Teil der Arbeit erfolgte unter Ausschluß der Mitarbeiter. " Eduard Cerlach schloß die Tür und gab die im Nebenraum in einer Mensur zusammengestellte Mischung der ätherischen Oie in den Kneter. Wenn diese Mischung aufgenom- men und die Krem homogen war, öffnete Eduard Cerlach die Tür des Kremraums wieder und brüllte so laut, daß man es bis zum Schornstein hören konnte: 'Horrido". Das war das Zeichen für die Rückkehr der Arbeiter". Albert Merle 25 Jahre in der Firma Ger la ch, 27. Juni 1926 1. Tochter v. Prok. Meier 2. Frau Koch 3. Else Hollmann 4. Merle s Schwester 5. Frau Meier (Prok.) 6. Emmi Kühn 8. Karl Lieckweg 9. Wilhelm Meier, Prok. 10. Eduard Gerlach 1 1. Albert Merle 1 2. Carl Gerlach 13. Ernst Kottkamp 14. Merles Schwager 15. Koch, Vertr. Essen 16. Paul Kühn 17. Wilhelm Holle 18. Friedchen Seifert 19. Frl. Karsten, Büro 20. Friedchen Köster 21. Sophie Tiemeier 23. Frau Dammkröger 24. Frau Werner 25. " Grewen Vatter " 26. Höhmann 27. Lina Eckstein 28. Wi lh elm Lückermann 30. Botterbusch 31 Wilhelm Nolte 32. Lieschen Grote

22. bürsten oder Rasierpinsel, in eine Wunschliste eintragen. Geliefert wurde von der Pharmahandlung, die im Gegenzug " Geh wo/" - Fußkrem erhielt. ie Existenzkrisen der Nach - krieg s zeit hatten keine unmittelbare Auswirkung auf die Firma Gerla c h. Die Gebäude und Fabrikation s räume waren nicht beschädigt. Der übliche Tausch - und Beziehungshandel sorgte für das täglich Notwendige. In dieser relativ ge s icherten wirtschaftli- chen Lage verschloß Eduard Gerlach nicht die Augen vor der Not anderer. Im Februar 1946 ließ er Ostflüchtlingen private Sach- spenden zukommen. ie Tausch - und HandeIs - möglichkeiten wurden ver- be s sert, als am 1. jan. 1947 da s Dopp e lzonenabkommen in K raft trat. Die britische und amerikani- sc he Zone wurden als Bizone zu einer Wirtschaftseinheit ver- schmolzen. E r s t e b e tri e bli c h e We ihn ac ht s f e i e r n ac h d e r Wä hrungsref o rm a m 1 6. 1 2. 1 9 4 9 im a lt e n Br e nnh a u s I Ern s t Dei t e r se n ; 2 A lm a Kr ato; 3 Ern s t Sc hmidt ; 4 Ge rd a H e r zog; 5 Ge rh ar d S t e ph a n ; 6 Kurt Ense m eye r ; 7 Ka rl B rünin g; 8 H a n s H o llm a n n; 9 Fri tz P o hlm a nn ; 1 0 W ilh e lm H o l le; I I Wi lli Möh l e ; 1 2 Dr. E rn s t · Ro lf De t er t ; 13 W illi Mö hlm eie r ; 14 W ilh el m No lt e ; 15 A nn i Ste in brec h er ; 1 6 Er n st Ko ttk a mp ; 17 Karl Lieck w eg; 18 Wa lt er Ko ttm a nn ; 20 Ge rh a rd H ol lm an n ; 2 1 W illi B u c hhol z; 22 H e rb e rt Meye r ; 23 E du ar d G e rl ac h ; 2 4 W ilh e lm S t ei nm eye r ; 25 W ill i D uff e rt .

27. ie Notizen sollten nicht zu der Annahme verleiten, daß eine pessimistische Grund- stimmung von Eduard Gerlach Besitz ergriffen hätte. Am /9. Dez. /95/, an seinem Geburtstag, schrieb er seinem Freund Göppel in Memmingen: " Ich werde heute 69 jahre alt, aber ich spüre noch nichts vom Rinnen des Kalkes. Im Gegentei l , ich fühle mich wohl und habe noch Freude an der Arbeit". Wenige Tage vorher hatte Eduard Gerlach an einer Treibjagd in Wehdem am Stemweder Berg teil- genommen. Die jagd stieß bei ihm nur auf mäßiges, die sich anschlie- ßende gesellige Runde auf großes Interesse. ie wirtschaftliche Lage wurde besser. Nach dem Marshallplan und der Einführung der Marktwirtschaft bereitete das Londoner Schuldenabkommen, das am 27 . Febr . /953 unterzeichnet wurde, den entscheidenden Schritt in die Weltwirtschaft vor . Die Bundesrepublik wurde kreditwür - dig. Die wirtschaftliche Grundlage für das Auslandsgeschäft war geschaffen. Das Auslandsgeschäft wurde auch für die Firma Gerlach wieder zur berechenbaren Größe. n den ersten jahren nach der Währungsreform wurden die Betriebsangehörigen noch in beson- derer Form " von der Firma " be - treut. Weinsammelbestellungen wurden aufgegeben. Der Wein wurde in Fässern angeliefert und nach Feierabend abgefüllt. Wäh - rend des Abfüllens wurde dem Rebensaft munter zugesprochen . Bei einer solchen Gelegenheit hatte der im Hause Gerlach beschäftigte Drogist Bachrodt zu tief ins Glas geschaut. 96 Er fiel plötzlich vom Stuhl. Der angelieferte Pfälzer Wein wird von guter Qualität gewesen sein, denn Eduard Gerlach war ein Weinkenner und Liebhaber eines guten Tropfens. Eduard Gerlach jun . 188 2- 1 958

24. Lizenzabkommen waren zu über- prüfen. Neulizenzen mußten erworben werden. Vertreterprovi- sionen waren neu zu regeln. Nach getaner Arbeit karn Eduard Gerlach zu der lakonischen Fest- stellung: "Hoffentlich hat das Arbeiten jetzt wieder Wert." m 25. Nov. 1948 wurde das Geschäfts jubiläum zum 80jährigen Bestehen in einern bescheidenen Rahmen begangen. In seiner Festrede verwies Eduard Gerlach auf die bis in das 19. jahrhundert reichende Firmen- geschichte. "Aus der Drogerie", so die Ausführungen des Firmenin- habers, "entwickelte sich mit der Zeit ein Fabrikationsgeschäft, das zum Grundstein des heutigen Be- triebes geworden ist. Neben der im Laufe der jahrzehnte weltbe- kannt gewordenen Präservativ- Cream wurden bis zum jahre 1910, in dem mein Vater im 70. Lebensjahr starb, einige pharma- zeutische Präparate und Tierarzneimittel hergestellt. Der Erste Weltkrieg brachte einen un- geahnten Präservativ-Krem-Ver- sand und erweiterte die Fabri- kationsgrundlage der Firma namentlich nach der Ang 1 lj ederung der Goldgeist-Fabrikation ./{ ... ] Infolge ihres vielseitigen Fabri- kationsprogramms überstand die Firma ohne Schaden die Krisen- jahre 1929-1933 und erhöhte ihren Umsatz ständig bis zum Beginn des frevelhaft vorn Zaune gebrochenen Zweiten Weltkrieges. Wie 1914 so setzte auch mit Be- ginn des neuen Krieges die große Geh wal-Nachfrage ein. Die Beleg- schaft stieg zeitweise auf über 130 Köpfe. Mit dem völligen Zu- sammenbruch Deutschlands schien auch das Geschäftsleben zum Erliegen gekommen zu sein. Aber wider Erwarten setzte bald eine lebhafte Nachfrage nach unseren Fabrikaten ein, und die Belegschaft konnte ständig ver- größert werden. Auch nach der Währungsreform, als viele Firmen der pharmazeutischen Branche gezwungen waren, ihre Beleg- schaft zu verkleinern oder kurz zu arbeiten, hielt dieser Aufstieg bei der Firma Gerlach an. Heute lie- gen derart viele Aufträge vor, daß dadurch allein die Beschäftigung auf Wochen hinaus gesichert ist, sofern nicht eine Stockung bei den

31. lne neue ie wirtschaftliche Situation besserte sich merklich. Vorsorge begann sich auszuzah - len. Eduard Cerlach hatte sich stets der Mitarbeit von Wissen - schaftlern versichert, unter ihnen Prof. Dr. Dr . Schwarz , dem ehe- maligen Direktor des Chemischen Instituts der Universität Königs- berg und späteren Direktor des Anorganischen Chemischen Instituts der Technischen Hoch- schule Aachen. Schwarz war während seiner Tätigkeit im Hause Cerlach maßgeblich an der Entwicklung der Cerlaverm - Wurm - tabletten beteiligt. esc ä tsära im Zeic en ie Produktion der Cerlaverm- Tabletten unter- stand dem Drogisten Bachrodt. Die Herstellung des Cerlaverm - Tablettengranulats erfolgte manuell. Nach der Trocknung wurde die Restfeuchte durch Reiben zwischen den Fingern fest - gestellt. Bachrodt, der über Erfahrung verfügte, rümpfte über das Herstellungsverfahren die Nase . Er hielt es für antiquiert und hielt mit entsprechenden Äußerungen nicht zurück. /0/ n die Reihe der ersten Nachkriegsprodukte gehör - te die " Riwa - Serie ". Da nur wenige Kosmetika auf dem Markt waren , füllte die Serie eine Lücke. Dr. Schnitzler war beteiligt und entwickelte eine cremeartige Haarpackung mit sulfonierten Netzmitteln. Eine hervorragende Kämmbarkeit des Haares wurde erreicht. u den Nachkriegsprodukten gehörte das Präparat " Amputan " . Viele Kriegsversehrte hatten Schwierigkeiten mit den Prothesen. Wunde Beinstümpfe konnten zur Qual werden. " Amputan " wurde vielen ehemali - gen Kriegsteilnehmern zur unent - behrlichen Hilfe. Das Wirkprinzip im " Amputan " , hergeleitet von der alten " Fusskrem " , wurde später mit Erfolg in der " Schrunden - Salbe" weiterentwickelt. n den Mangeljahren nach dem Zweiten Weltkrieg sollte die Herstellung von Leber- tran noch einmal auf vollen Touren laufen. Der technische Standard war bereits dadurch ver - bessert worden, daß /929 eine Emulgiermaschine von den Asta- Werken, Bielefeld, übernommen worden war . Herstellung und Abfüllung liefen folgendermaßen ab: " Die Mischung für die Leber - tranemulsion wurde gerührt und

15. Dien s t verpf lichtete Frauen bei der Fußkremverpackung 1943 Dienst ve rpflichtete Frauen an Do se nabfüllmaschine 1943 - • jedesmal waren vier der großen Tische voll. Die Flaschen wurden mit einem Korken und einem Schraubverschluß versehen. Die Schraubverschlüsse alleine waren nicht zuverlässig dicht. Weil es keine Kartons mehr gab, wurde Goldgeist in Munitionskisten ver· schickt"ß9 m 18. Nov. 1943 wurde das 75jährige Bestehen der Firma Gerlach in einem bescheidenen Rahmen gefeiert. In seiner " Rede zum Betriebsappell", wie es jetzt hieß, sagte Eduard Gerlach u. a.: " Der Krieg brachte auf allen Gebieten der Wirtschaft, des öffentlichen und privaten Lebens tief einschneidende Ver- änderungen mit sich. Viele Fabrikationen, die für die Kriegsführung entbehrlich waren, mußten eingestellt werden, ande - re, die eine Kriegswichtigkeit gewonnen hatten, erhielten soge- nannte Produktionsaufträge und damit regelmäßige Rohstoffzu- teilungen. So wurden auch uns für Fußkrem, Fußpuder, Ungeziefer- mittel und Imprägnierungsmittel Produktionsaufträge erteilt und damit diese Fabrikation sicherge· stellt. "

20. ückschläge besondeyey Ayt wayen zu veyzeich- nen. Am 12. Aug. 1946 , am eysten Aybeitstag nach den FeYien, way aus dem gyoßen Siedekessel die Seife auf " mysteYiöse Weise " vey - schwunden. Ein beliebtes Tausch- mittel hatte den Weg auf den schwayzen MaYkt gefunden. 93 Als Oyganisatoy way EduaYd GeYlach auch nicht untätig geblieben. Im Oktobey 1946 wuYde ey wegen Wiytschaftsveygehens angeklagt und zu 800 MaYk Styafe veyuyteilt zuzüglich dey Geyichtskosten. Die ganze Angelegenheit way, wie ey bekennen mußte, äußeyst unange - nehm, jedoch konnte ey dem Uyteil auch eine zeitgemäße Veysion ab- gewinnen . Sein kuyzey Kommen- tay: " Die Veyuyteilung ist unzeit- gemäß,da ohne Kompensation kein Geschäft - zumal keine Autoyeifen zu eYhalten sind " . 94 i •• \ \ \ , , , , , , • •

3. as Kremkochen iner der wichtigsten Arbeits- abläufe im Betriebsalltag war das " Kremkochen " . Ernst Kottkamp , der /919 als Lehrling in die Firma eintrat, unter dem Buchhalter Oppermann lernte und es bis zum Prokuristen brachte, war mit vielen Abläufen vertraut. An die Prozedur des " Krem - kochens " , s o wie sie in den 20er und 30er Jahren ablief, kann er sich als ehemaliger Mitarbeiter noch heute nur zu gut erinnern, war sie doch eine der wichtigsten Vorgänge im Betrieb . " Am Abend vorher rief Eduard Gerlach beim alten Gasmeister Vom Brauk in der Gasanstalt [heutige Stadt - werke] an und bat ihn , den Druck etwas höher zu stellen. Haupt - akteure beim geheimnisvo ll en Kremkochen waren Eduard Gerlach und Albert Merle. Angestellte durften höchstens kurz in den Raum, wenn sie eine Unterschrift von Eduard Ger l ach brauchten und mußten dann sofort wieder verschwinden" 86 Albert Merle besorgte später den Rest . Auf einem Stühlchen ste - hend, kratzte er die Kessel aus . Buchholz, der /948 seine • Lehrzeit als Chemielabo- rant " bei Gerlach " begann, erin - nert sich in einem der Gespräche zur Firmengeschichte, wie in der Nachkriegszeit nach der Wäh - rungsreform das " Kremkochen " zu den wichtigsten betrieblichen Abläufen gehörte ß7 Ein mehrtägi - ges " Aufrüsten " war der Auftakt zur eigentlichen Prozedur. "Es mußte ausreichend Brennmaterial für den großen Dampfkessel her- angeschafft werden, der in einem abgeteilten Bereich des heutigen Siederaumes am Schornstein stand. Am Tag vorher wurden die Fette in den großen Kesseln ver- seift. Apotheker Hermann Staiger kontrollierte diesen Prozeß lau- fend mit Titrationen " . er Tag der eigentlichen Prozedur begann wie üblich: Fabrikdurchgang des Chefs im weißen Kittel, Erledigung der Post, Frühstück des Chefs in der "Etage", d. h. in der " Beletage " des Hauses Lange Straße 39 / 41. Bekleidet mit einem grauen Kittel, kam Eduard Gerlach zurück . Staiger hatte in einem Nebenraum des alten " Krem raumes" die nöti- gen Vorbereitungen getroffen. Standgefäße waren mit ätheri- schen Ölen gefüllt. " Während er die Wirkstoffmischung zubereitete, wurde im Siederaum [. .. ] die Vaseline in Kupferkesseln auf einem großen zweiflammigen Gaskocher aufgeschmolzen . Oie Seife wurde in gleichen Kupferkesseln abgewogen . Oie Kessel wurden in den alten Kremraum hinübergetragen und die Komponenten in den Pfleiderer - Kneter gegeben " .

19. n einern von Eduard Gerlach abgefaßten Bericht vorn 17. Dez . 1945 zum Stand der Lübbecker Industriebetriebe heißt es einleitend: " Alle Lübbecker Industrie-Betriebe geben sich nach wie vor die grösste Mühe, ihre Pro- duktion aufrecht zu erhalten. Die Schwierigkeiten der Versorgung mit Kohle und Elektrizität wird zwangsläufig dazu führen, dass in den Wintermonaten noch einige Betriebe vorübergehend stillgelegt werden müssen". In bezug auf den größten Arbeitgeber, die "August Blase A.G. " wird folgendes mitge- teilt: "Die Produktion ist unverän - dert [schlecht]. Für diese Zutei- lungsperiode ist erstma l ig wieder eine Verteilung von Zigarren für die Zivil-Bevölkerung freigegeben worden. [. . . ] Voraussetzung ist, dass die Tabake aus der kommen- den Ernte verarbeitungsfähig sind. Solange kein neuer Import von Rohtabaken erfolgen kann, ist mit einer weiteren Produktions-Ein - schränkung zu rechnen. Eine An- zahl kleinerer Zigarren-Fabriken dürfte in absehbarer Zeit ganz zum Erliegen kommen " . Die Bren- nerei Friedrich Niederstadt, die Kleiderfabriken Wilhelm Dierks KG und Kaufmann u. Co. KG, vor 1938 die Firmen der jüdischen Kaufleute Ruben und Hecht, arbeiteten für die britische Armee. Zum eigenen Betrieb konnte Eduard Gerlach feststellen, daß die Nachfrage aus dem Wirtschaftsgebiet " Britische Zone" zugenommen habe. Gemeint war vor allem die Nachfrage nach Schäd I i ngs bekä m pfu ng sm ittel n. Beklagt wurde die unzureichende Zuteilung an Hilfs- und Rohstoffen. Jedoch - Notlagen machen erfinde- risch. Aus Feuerlöschpulver, das ungenutzt im Getmolder Hafen l ag, wurde das erste Fußbade- mittel nach dem Krieg herge- ste ll t. 9 1 asmaskenfilter fanden eine neue Verwendung. Watte und Aktivkohle wurden entfernt. " Keim-Ex" zur Verhinderung der Keimbildung bei Einkellerungs- kartoffeln oder Läusepulver wur- den eingefüllt. Die Vorderseite des Filters wurde mit Siegelpapier ver - schlossen. Der Fi l ter war zur Streudose umfunktioniert worden. ur Produktpalette gehörte das Präparat "Purgadent " zur Zahnfleischbehand l ung, das bis in die 70er Jahre an die Dentalgroßhandlung Bulk in Bielefeld ausgeliefert wurde. Auch Zahnpaste wurde hergestellt , ab - gefüllt in ovale Porzellantöpfe. 9z

16. n den Kriegsjahren wur- den auch Schulklassen zu Hilfsarbeiten herangezogen. jede "Gehwo/"-Kremdose erhielt einen Beipackzettel. Diese Zettel wurden reihenweise von den Schülern und Schülerinnen der Volksschule am Markt gefaltet. Es war eine dank- bare Arbeit für die Kinder, die darin wetteiferten, möglichst lange Kolonnen gefalteter Blätt- chen auf ihren Tischen aufbauen zu können, und die jeden Unter- richtsausfall mit jubel begrüßten. m 78. jan. 7944 erhielt Eduard Gerlach die regie- rungsamtliche Mitteilung, daß die Produktion von Körperpflege- mitteln einzustellen sei. Kurzer Kommentar Gerlachs: "Es ist zum Kotzen". In Pessimismus zu verfal- len, war nicht seine Art. "B ubis " Bier am Abend und eine angeneh- me Lektüre vermochten trübe Ge- danken zu vertreiben. Mit "Bubi" war ein Vetter Eduard Gerlachs gemeint, nämlich der Lübbecker Brauereibesitzer Ernst Ludwig Barre. Is die Flächenbombarde - ments der alliierten Luftwaffe ganze Bereiche der deutschen Rüstungsindustrie in Ruinenlandschaften verwandelten, wurden Teile der Rüstungs- industrie in die Kleinstädte ver- legt. Auch die Firma Gerlach blieb von den Durchführungsbestim- mungen des Reichsministers für Bewaffnung und Munition und des Reichswirtschaftsministers nicht verschont. Am 79. Mai 7944 hielt sich die "Maschinenauskämmkom- mission für den Gaubereich West- falen-Nord" in Lübbecke auf, um hier die Betriebe zu überprüfen. Im Sept. 7944 wurden in einern Teil der Gerlachschen Fabrikati- onsräume Maschinen für die Rüstung aufgestellt. Oie Hilfs- arbeiten wurden von russischen Kriegsgefangenen ausgeführt. Am 2. Sept. notierte Eduard Gerlach in seinem Tagebuch: "O ie Maschinen aus Tabianitz sind eingetroffen. Überlegung wegen Aufstellung derselben' Hat es noch Zweck?"90 Auch in den Zigarrenfabriken Aug. Blase sowie Mencke u. Holle, in der Brennerei Niederstadt, den Klei- derfabriken Dierks und Kaufmann wurde für die Rüstung gearbeitet.

35. • Luise Vogeler, Witwe des Fabrikanten earl Vogeler, verkauf- te der Firma Ed. Gerlach einen Teil ihrer Besitzung in Lübbecke, Lange Straße 53, d. h. die Firma Ed. Gerlach kaufte den zur Bäckerstraße gelegenen Grund- stücksteil mit aufstehenden Gebäuden. Die sogenannte Voge - lersche Scheune, die bisher ge- pachtet war, ging in das Firmen- eigentum über. Grundstücks- mäßig war jetzt die Vorausset- zung geschaffen, ein neues Ver- waltungsgebäude zu errichten. Ein solches war bereits in Planung gewesen. Der Ankauf erwies sich als ein Glücksfall. Es konnte in einem größeren Umfang als ge- plant gebaut werden. 1958 war der Verwaltungstrakt an der Bäckerstraße fertiggestellt mit ebenerdigen Versand räumen und einem nördlich gelegenen Ge- schäftslokal, das erstmalig an die Kaffeerästerei Fr. Johannes Rechenberg, Jadeberg (Oldb.), ver- mietet wurde. as oberhalb des Verwal - tungstraktes gelegene ehe- malige " Hammersehe" Haus wurde in den Neubau nicht einbezogen. Es war 1954 in den Besitz der Firma Ed. Gerlach übergegangen. Seit 1985 wird das frühere "Hammersehe" Haus betrieblich genutzt und bietet heute einen angenehmen optischen Kontrast zum anliegenden Verwaltungsbau. Alte Fabrikfront abg e rissen \ ~ ­ ~ - . .--- . S üdflügel des neuen Verwaltung s geb ä ude s im Rohbau f e rtig - - - (

17. ie weltpolitische Lage, die Entwicklung in Deutschland und speziell in der eigenen Firma begannen Eduard Gerlach zu beunruhigen. Ihm war ein Plan zu Ohren gekommen , die Produktion der pharmazeutischen Artikel in die Niederlande zu verlegen. Er nahm es den zuständigen Dienst · stellen übel, daß sie ihm nicht die Wahrheit sagten. Die Landung der Alliierten in der Normandie erzwang neue Verhältnisse - in Lübbecke zugunsten des Gerlachschen Betriebes. Er blieb an seinem Stammort. Is Eduard Gerlach am , . akt . 1944 in seinem Tagebuch notierte: ' Trüber trost - loser Sonntag ", da war dies mehr als eine Randbemerkung zum Wetter. Stunden einer deprimie- renden Stimmungslage sind notiert. Jedoch - der Realitätssinn behielt die Oberhand . Gerlach kümmerte sich um die bescheide- ne, noch verbliebene Produktion . Darüber vergaß der Junggeselle den eigenen Haushalt nicht. Waren genügend Kartoffeln im Keller? Äpfel mußten nach Blasheim in die Mosterei gebracht werden. " Im Betrieb wird mit hal- ber Kraft gearbeitet, da kein Versand möglich. Häufige Unter - brechung durch Fliegeralarm " , notierte Gerlach am 27 . Febr. 1945. Mit trüben Gedanken hielt er sich nicht zu lange auf. Ein paar Stunden im nahegelegenen Kino, eine gemütliche nachmittäg - liche Kaffeerunde, eine Flasche Bier aus der Brauerei am Ort, bes- ser noch eine Flasche Wein, solan- ge der Vorrat reichte, konnten die drängenden Sorgen vertreiben. Angenehme Gesellschaft war im - mer willkommen, die fand Eduard Gerlach gewöhnlich in seinem Stammlokal " Ührken " am Gänse - markt, so genannt nach " Ührken " - Meyer, dem dort wohnhaften Uhrmacher. duard Gerlach schaffte es, daß die pharmazeutische Produktion nicht zum Erliegen kam. Am 4. April 1945 passierten die ersten amerikanischen Militär- fahrzeuge die Stadt . Am 12. April wurde im Gerlachschen Betrieb wieder Hustensaft abgefüllt. An eine Betriebserlaubnis durch die Militärregierung da c hte niemand. Apotheker aus den nahegelegenen Orten wurden persönlich vorstellig und erhielten, soweit vorhanden, die gewünschten Präparate. Am 12. Mai kamen zwei Mädchen zu Fuß aus Bünde, um in einem

25. Rohstoffen und dem Verpackungs - material namentlich den Flas c hen und die Unmöglichkeit des Ver - sandes infolge starken Frostes ein - setzt " . B e tri e b swei hn ac ht sfe i er im alten Br e nnhau s, 1 5. 1 2. 1 9 5 0 as Festessen karn aus einer Gulaschkanone, die im Brennhaus aufgestellt war. Die Gulaschkanone stammte aus Espelkamper Wehrmachtsbestän - den. 95 inige Mitarbeiter konnten sich nur zu gut an den Werdegang der Firma erinnern. Mariechen Grothe war seit 33 Jahren " bei Gerlach " beschäf - tigt, Wilhelm Holle 37, Ernst Kottkamp 28 , Karl Lieckweg 27 und Wilhelm Nolte 22 Jahre. it dem Betriebsschlos - ser Wilhelm Nolte hatte es seine besondere Bewandtnis. Als Eduard Gerlachs Chauffeur hatte sich zwischen ihm und sei- nem Chef ein persönliches Ver- trauensverhältnis entwickelt. In der an Rohstoffen, Materialien und Lebensmitteln knappen Zeit war Nolte unentbehrlich geworden. Beim " Organisieren " hatte Nolte immer einen Ausweg gewußt. Am 26. April 7957 feierte Nolte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Vor versammelter Belegschaft würdig- te Ed. Gerlach die Verdienste sei- nes Fahrers. Als Firmengeschenk erhielt Nolte einen Sessel und Stoff für einen Anzug.

18. Bollerwagen ( Handwagen) medizi - nische Artikel für den Apotheker Dr. Eicker abzuholen . Am 16. Mai hatte der Gerla c hs c he Betrieb 550 kg Bohnerwachs für die Militärbehörde produziert. ----- erlach schaffte es , daß die Militärregierung den Betrieb am 4. Aug. 1945 freigab. Sie genehmigte auch ein Auto, machte aber die Auflage , daß ab sofort K rätzesalbe herzustellen sei. Die Voraussetzung für eine neue Produktion war geschaffen . Die Rohstoffbeschaffung bzw. - zuteilung jedoch ließ für alle Produktionszweige nur magere Produktionsziffern zu. ie folgenden Angaben beziehen sich auf den Monat Juni 1945: 2. 8. 4 6. . Ungeziefermittel a gegen Kopfläuse 30.000 Flaschen b gegen anderes Ungeziefer 14.100 Packungen Salben und Creme 44.500 Packungen Puder (Kinder-, Körper- und Fußpuder) 31.300 Packungen Lebertran-Emulsion 2.200 Flaschen Hustenmittel und andere pharmazeutische Präparate 9.800 Packungen". it den vorgestellten Produktionsziffern war die Kapazität der Fabrik nicht aus - gelastet. Eine wesentlich höhere Produktions leistung wäre jederzeit möglich gewesen. Jedoch mangeln- de Rohstoffe und die mehr als be- scheidenen Versandmöglichkeiten in den ersten Monaten nach Kriegs - ende setzten jedem Bemühen Grenzen.

10. wicklung chen Entwicklung seines Betriebes: " Oie durch den zwangs weisen Abbau der Markenartikel - Preise in den Händler- und Verbraucher- kreisen hervorgerufene Beunruhi- gung wirkte sich sehr ungünstig auf den Geschäftsgang aus . Der Umsatz in den von mir hergestell- ten Markenartikeln bewegte sich dadurch während der beiden Berichtsmonate unter der Höhe der vorjährigen Umsätze . [. .. ] Meine Verhandlungen mit ' der Reichsbetriebsgemeinschaft Chemie, Berlin bezw. mit der Gaubetriebsgemeinschaft Chemie, Münster , haben zu keinem Ergebnis geführt [. .. ]". (;h dem Bericht vom 79. Mai J 7 938 über die wirtschaftliche Entwicklung im Gerlachschen Betrieb heißt es u . a . : " Oie Hauptverbrauchszeit meiner Gehwol Fußpflege-Präparate hat inzwischen begonnen . Dadurch ist auch für die nächsten Monate volle Beschäftigung der gesamten Gefolgschaft gesichert. Zur Erledi - gung der vorliegenden Aufträge mussten in den letzten Wochen bereits Ueberstunden geleistet werden . Oie Herstellung und der Vertrieb von Mischfuttermitteln ruht infolge Rohstoffmangel[s] vollständig . Oie für April erwarte - te Neuregelung auf dem Gebiete der Futtermittelwirtschaft ist bisher noch nicht erfolgt . [. . . ] d f ) enn es im Laufe der näch- -Yl/s ten Monate nicht gelingt, eine neue Fabrikation aufzuneh- men, ist es nicht möglich, die Gefolgschaft während der Wintermonate zu beschäftigen ". I 70j ä hr ige s G esc h ä ft s jubil ä um , 25. No v . 1 938 ~ ie sprachliche Beeinflus- ~ sung über die willfährigen staatlichen Behörden ist auch hier spürbar. Nicht von der " Beleg - schaft " , ein damals durchaus bekannter Begriff, ist die Rede , sondern von der " Gefolgschaft ". Von einer " Gefolgschaft " im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie konnte im Gerlachschen Betrieb nicht die Rede sein . Im Umgang mit den übergeordneten Stellen und den ihnen zugeordne- ten NS-Einrichtungen wie der " Deutschen Arbeitsfront Chemische Industrie " war es gera - ten, sich der s prachlichen Vor- gaben zu bedienen , was immer man über sie denken oder inhalt - lich mit ihnen verbinden mochte.

2. nicht kümmerte, die für die Größe seines Betriebes jedoch lukrativ waren ".B 4 Anzufügen bleibt, daß die Vielfalt der Produkte vor größeren Geschäftseinbrüchen bewahrte. Die Zeit der Depression nach dem " Schwarzen Freitag" am 24. Okt. 7929 überstand die Firma Gerlach ohne größeren Schaden. eit 7933 wurden in der stillgelegten Meyrahnschen Lederfabrik an der Gerbergasse Sikkative (Trocknungsstoffe für Öl- farben) hergestellt. Das Betriebs- gelände im Winkel zwischen Lange S traße und Bäckerstraße konnte keinen neuen Fabrikationsraum aufnehmen. Die sogenannte Vogelersehe Scheune an der Bäckerstraße war für Lagerzwecke angemietet worden. Dort wurde Verpackungsmaterial aufbewahrt und über Jahrzehnte auch vieles, was vielleicht noch einmal von Nutzen sein konnte. Diese Sammlung und das dieser Scheune anhaftende Geheimnisvolle zog die Lehrlinge an. Erkundungstouren in der Mittagspause ließen so keine Langeweile aufkommen. 8 5 Vogelerse h e Sc h eu ne von No rdo sten, A nfang der 50e r Jahr e ~ I' • /' ~ ~ , .1.'" ie Technik der Zeit erfor- derte eine neue Dampf - kesselanlage. Am 26. Febr. 7937 erhielt die Firma Ed. Gerlach die behördliche Genehmigung, eine neue Dampfkesselanlage aufstel - len zu la ssen. Der Auftrag ging an das Eisenwerk Baumgarte GmbH, Brackwede-Kupferhammer. • • • • .--r ~, ~- -

37. uc u ie " Freie Presse " vom /4. Sept. /946 (Ausg. Lübbecke) berichtete unter dem Titel " Die heimische Tabakindu - strie läuft wieder an " : " Als im Mai des jahres der Kontrollrat die Erhöhung der Tabaksteuer um ein Vielfaches beschloß, sah der 'Verband der Zigarrenfabrikanten' sich genötigt, seinen Mitgliedern in dem durch die Presse bekannt gewordenen Rundschreiben Nr. 8 / 46 die Einstellung der Pro - duktion zu empfehlen. Die Tabak- industrie wurde daraufhin am /. juni fast restlos stillgelegt. Eine schwere Sorgenwolke lastet seit dem Tage auf unserem Land. Die Sorgenwolke ist gewichen/ Die Zigarren- und Tabakindustrie fängt dieser Tage wieder an " . Allgemeiner Fabrikationsbeginn war der /6. Sept. /946 . Die Raucherkarten für die britische Zone legten im heimischen Raum den Konsum des einzelnen fest. erun a rst die Zeit nach der Wäh- rungsreform ließ die Tabak - industrie wieder auf Hochtouren laufen. Hiervon profitierte die Firma Gerlach, die schon in den 30er jahren Hilfsmittel für die Tabakindustrie produziert hatte. Ihr Angebot an Hilfsmitteln wurde erweitert. Maßgeblich beteiligt an der Weiterentwicklung der Tabak - hilfsmittel waren Dr. E. R. Detert und Ing. W. Buchholz. Detert ent- wickelte den Feu c htpuder. Gemeinsam mit Buchholz legte er die Grundlage für die Produktion von Tabakfolien . er Feuchtpuder gab den fertigen Zigarren eine gleichmäßige Tönung . Die " Feucht- puderära " im Hause Gerlach hatte folgendermaßen begonnen: • Olen Die Lübbecker Zigarrenfabrik Aug. Blase hatte eigene Versuche unternommen, die unregelma- ßige Färbung des Naturblattes zu egalisieren. Die Versuche hat- ten sich als untauglich erwiesen. Im Hause Gerlach setzte der lei- tende Chemiker Dr. Detert bei der Behandlung von Brasilzigar- ren auf einen im Wasser schwer löslichen Farbstoff (Hämatein, ein Farbstoff des Blauholzes) in methanolischer Lösung und hatte Erfolg. Für die Behandlung heller Zigarren entwickelte er Suspensionen von weißen Pig- menten, die, mit pflanzlichen Farbstoffen (Kreuzbeerenextrakt) tabakähnlich eingefärbt, nicht nur das Aussehen der Zigarren verbesserten und egalisierten, sondern als besondere Sensation eine strahlend weiße, gut stehen - de Asche ergaben., o6

1. Fabrik Vogeler an der Mühlenbrinkstraße, Ansicht von Westen C 'J ,I , l "LJ u --w ' H . ( ~ . ... .1' •• '" , ;') L ; l F'=;: _ F7_ L. r~ .... _:F"L. ~= '- Weißbrand bei Zigarren zu ent- wickeln,8 3 Im Angebot der drei- ßiger Jahre sind ferner Spezial- lacke, chemische Rostschutzmittel, Industrieseifen und Textil-Impräg - nierungsmittel zu finden, Wie in den vorangegangenen Jahrzehn- ten wurden weiter die begehrten Fußpflege mittel gegen wundgelau- fene Füße und Schweißfüße, mit Pflegemitteln getränkte Verband- stoffe, Einlegesohlen und Binden, Fabrik Vogeler an der Bäckerstraße ferner kosmetische Präparate, medizinische Salben, Lebertran- emulsionen, Hustenmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel und Tierarzneimittel angeboten. "Die große Vielfalt der Produkte hatte seine Ursache in den vielseitigen Beziehungen Eduard Gerlachs und seinem Bestreben, den Betrieb mit mäglichst vielen Zweigen abzusi- chern. Er suchte Problemläsungen, um die sich die Großindustrie

23. ac er n den ersten beiden jahren nach Kriegsende war die Versorgungslage mit Lebens - mitteln äußerst kritisch. Maisbrot und Rohzucker, sogenannter Cuba-Zucker, Speiseölabgabe gegen abgelieferte Bucheckern konnten zwar manche Not lindern, waren jedoch unbedeutend bei größeren Ernteausfällen in der Landwirtschaft. Am 19. juli 1947 wandte sich Eduard Gerlach an . das Kreisbauamt Lübbecke. Ein Umbau war notwendig geworden. Die Produktion von Schädlings- bekämpfungsmitteln sollte ver- größert werden. Zur Begründung seines Antrages schrieb Gerlach: " Durch die in den letzten jahren auftretende Schädlings- und Un- gezieferplage wird der Landwirt- schaft schwerer Schaden zuge- fügt. Infolge der Abtrennung der Ostzone, in der große Hersteller- betriebe für Schädlings - und Ungezieferbekämpfungsmittellie- gen, kann der Bedarf dieser •• a rungsre arm Präparate in den Westzonen nicht befriedigt werden. In meinem Forschungslaboratorium sind Verfahren zur Herstellung neuar - tiger, wirksamer Schädlings-, Ungeziefer- und Fliegenbekämp- fungsmittel entwickelt worden [. . .]. Sofern die Voraussetzungen für die Fabrikation geschaffen sind, kann ich von Frühjahr 1948 ab große Mengen Schädlings- und Ungezieferbekämpfungsmittel [. .. f liefern. Daneben soll die Herstellung eines erprobten Mittels gegen Keimen und Faulen eingelagerter Kartoffeln aufge- nommen werden [. .. ]". Der gewünschte Umbau konnte noch nicht in die Wege geleitet werden. Das im Hof stehende, 1822 errich- tete Fachwerkhaus, eine ehemali- ge Schnapsbrennerei, wurde erst 1956 durch einen massiven Fabrikbau ersetzt. Am 21. April 1948 stellte Ed. Gerlach fest: " Der Betrieb ist verhältnismäßig gut beschäftigt. Große Nachfrage besteht augenblicklich nach den von der Firma neu in den Handel gebrachten Schädlingsbekämp- fungsmitteln. Die Zuteilungen an Roh- und Hilfsstoffen sind weitge- hend ungenügend". Es sollte nur noch Monate dauern, und die Wirtschaft stand vor neuen Perspektiven . Die Währungsre- form vom 20. juni 1948 leitete eine neue Wirtschaftsperiode ein, die mit dem Namen des Wirt- schaftsministers Ludwig Erhard verknüpft blieb. Von den Unter- nehmern wurde konsequentes, auf die Zukunft gerichtetes Handeln verlangt . Zaudern und Zögern konnte Entscheidendes verhindern. Als die Währungsreform in Kraft trat, waren im Hause Gerlach Betriebsferien. Eduard Gerlach gönnte sich nur einige Ferientage, um sich anschließend mit allen zur Verfügung stehenden Kräften in die Arbeit zu stürzen. In welchen Produktionszweigen war ein Zuwachs zu erwarten?

38. m 2. April /957 schrieb Eduard Gerlach seiner Nichte Anneliese Meinders: " Unser Labor ist mit der Entwicklung • eines Kunstumblattes für Zigarren und Zigarillos beschäftigt. Diese Erfindung findet größtes Interesse bei der Tabak - Industrie. Unter Umständen wird das Kunstumblatt ein großer Artikel". Es wurde ein großer Artikel. In Lübbecke wurde ein unentbehrliches Produkt für die moderne Zigarren herstellung entwickelt, das sich gegen die US- amerikanische Konkurrenz be - haupten konnte. duard Gerlach hatte den möglichen geschäftlichen Erfolg erkannt. Patente wurden angemeldet. Die rechtlichen Vor- aussetzungen wurden geschaffen. Tagebuchnotiz vom /4 . Febr. /956: "Ers ter Versuch zur Herstellung eines Kunstumblattes". m /4. Febr . /957 unter - zeichneten im Hause Lange Straße 39 / 4/ in Lübbecke vor dem Notar Dr. Gerhard Bahre der Fabrikant Eduard Gerlach sowie die Kaufleute Hans Gerlach - Hollmann und Gerhard Gerlach- Hollmann einen Gesellschafts- vertrag. Sie unterzeichneten die Gründung der "Eduit-Tabakfolien" Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Zweck des Unternehmens war, Tabakhilfen und Kunstum- blätter (Tabakfolien) für die Zigarrenindustrie herzustellen und Brennhaus vo n Nordwesten 1956 zu vertreiben. Die technischen Voraussetzungen wurden geschaf- fen. Die Firma Adolf Baumgarten, Mühlen- und Speicherbau GmbH in Porta Westfalica, baute die erste Folienmaschine . Sie wurde in Lübbecke im /. Stock des Gebäu - des im Gerlachsehen Betrieb installiert, das an Stelle des alten Brennhauses errichtet worden war. Die erste deutsche Tabak- folienproduktion konnte anlaufen. I O ?

5. ie zubereitete Krem reifte /4 Tage im Keller des Laborhau s es. Na c h der Qualitäts- kontroll e e rfolgte die Freigab e für di e Weiterverarbeitung auf dem Walz e n s tuhl. Später wurd e die K rem in Holzfässern in die Fabrik gebra c ht " und dort mit einern [ .. . ] Hol z spatel in große Emaitleschalen gegeben , aus denen dann die Frauen an langen Tischen die Dosen füllten. Das geschah mit einer bewundernswerten Fixigkeit in vier Streichbewegungen: Ein halbkreisförmiger Stri c h über die Ecke am Dosenboden , Drehen der Dos e, ein zweiter halbkreisförmi - ger Strich, Füllen des so entstan- denen Kegels bei gleichzeitiger Drehung der Dose und Glatt - streichen. Dann wurde e in Zello - phanplättchen aufgelegt, der kleingefaltete Beileger hinzugefügt und der Deckel überg e stülpt. Die fertigen Dosen wurden mit langen Latten auf den Tischen zusam- mengeschoben ". 1000. Kremkoc hu ng, 1940. Name n von li nk s n ac h rec h ts : S t e h e nd : 1. Ge rh a r d Ho llm a n n 2. H a n s H o ll man n 3 . N.N. 4. E du a r d Ge rl ac h 5. A lb e rt M e rl e 6. N.N. S it ze nd : 1 . W ilh e lm N o lt e 2. Frit z Po hlm a nn 3. H e rm a nn S t a i ge r 4 . N . N .

29. uar er ac , duard Gerlach war es ge- wohnt, daß ihm Respekt ent- gegengebracht wurde. Das war er von seinem Betrieb her gewohnt. Im öffentlichen Leben der Stadt wurde er als eine integre Persön- lichkeit gesehen. In bezug auf die Stadtpolitik wurde er hin und wie- der als "graue Eminenz " bezeich- net. -'-' duard Gerlach genoß im Betrieb absoluten Respekt. Er war eine Vaterfigur . Bei aller Strenge wußte dennoch jeder, daß Eduard Gerlach in Notlagen half. Pünktlichkeit war die oberste Devise im Hause Gerlach. Eduard Gerlach hatte ein festes Ritual für den gesamten Tagesablauf. Mor - gens kurz vor 1 Uhr mußten alle an dem Pult (Klavier) im Abfüll- raum vorbeigehen, an dem Hans Hollmann [bzw. sein Bruder Gerhard oder Eduard Gerlach selbst] die Mitarbeiter begrüßte. Gelegentlich führte er auch eine Bertriebsausflug am 1 2.06. 19 3 7 zu m W ildp a rk S pringe und Zoo Hanno ve r, Bus vo r dem Rath a u s in Lübbe c ke Strich liste über die Pünktlichkeit. Um Punkt 1 Uhr begann die Ar- beit. Dann machte Eduard Gerlach seinen Rundgang durch alle Ab- teilungen des Betriebes. Eine häu- fige Redewendung war: ' Na, was machen wir denn heute?''' 97 ünktlichkeit wurde, wenn es sein mußte, in aller Deutlichkeit und Offenheit demon- striert. " Wenn Eduard Gerlach morgens um 1 Uhr in der Einfahrt • • tsperson stand, den Deckel seiner goldenen Uhr aufgeklappt hatte und weiter nichts sagte, wußten die Leute Bescheid . "98 Auch bei Betriebsaus- flügen wurde nicht gewartet. Kam jemand zu spät, dann " konnte er den Bus nur noch von hinten sehen " . 99 • •

32. Marktwirtschaft dann unter sehr hohem Druck durch eine Düse gepreßt und lief dann wie Sahne aus der Maschine in Clasballons . Am Ende der 40er jahre war die Maschine den ganzen Tag lang in Betrieb . Die Emulsion wurde in einen Behälter gefüllt, der wie ein großer Wäsche- topf aussah und mehrere Hähne hatte. Damit wurden die Flaschen gefüllt und schließlich mit einem Korken verschlossen. [. .. ] Für das Einpressen der Korken in den Flaschenhals gab es eine manuell zu betätigende Maschine und höl - zerne Ceräte, mit denen man den Korken in den Flaschenhals hinein- schlagen konnte". /o2 cJ'Te'c hnische Verbesserungen J waren 1949 zu verzeich- nen . Am 30 . März wurde eine Anlage zur Herstellung von Insektiziden in der ehemaligen Lederfabrik Meyrahn an der Cerbergasse in Betrieb genom- men . Am 22. April traf die Tuben- abfüllmaschine ein . Neben der an- gemieteten Meyrahnschen Leder- fabrik stand ein Lagerraum im Schuppen der Firma W. Mertens am Ceistwall zur Verfügung . Die Räumlichkeiten im Stadtgebiet waren nach wie vor beengt . I r;Tm jahre 1945 wurde der J Dipl . -Chemiker Dr. Ernst - Rolf Detert eingestellt . Er war gebürtiger Lübbecker und hatte bereits als Schüler im Cerlach - schen Betrieb gearbeitet. Sein erster Erfolg fällt in die Zeit 1948 / 49 . Am 9 . jan . 1950 notier- te Eduard Cerlach: " Zur Fliegen- Vernichtung hat mein Chemiker , Dr. Detert, eine schöne Erfindung gemacht. Er hat eine Tablette mit einem eigenartigen Zündsatz ent - wickelt . Die Tablette wird ange- zündet , die sich bildenden Dämpfe vernichten mit Sicherheit die im Zimmer befindlichen Fliegen, Schnaken u.s.w . . Auch Wanzen können auf diese Weise ausgerot - tet werden " ./ o3 Am 25. jan . 1950 war Eduard Cerlach mit der Kalkulation für die " Egit- Räuchertabletten " beschäftigt .

40. m 6. Juni 1957 wurde im Hause Lange Straße 39 / 41 in Lübbecke vor dem Notar Dr. Gerhard Bahre ein Gesell - schaftsvertrag unterzeichnet. Beteiligt waren: Fabrikant Eduard Gerlach, die Kaufleute Hans Gerlach-Hollmann und Gerhard Gerlach-Hollmann sowie Direktor Wilhelm Knackmuss, Schwetzingen, als allein vertretungs berechtigtes Vorstandsmitglied der Deut sc hen Woerner - Aktiengesellschaft in Heidelberg . Die Genannten gründe - ten eine Gesellschaft unter der Firmenbezeichnung " Industrie- Beteiligungsgesellschaft mbH" mit Sitz in Lübbecke. Der Gegenstand des Unternehmens war die Beteili - gung an anderen Unternehmen. m selben Tag und Ort beurkundeten die Genann - ten die Gründung der Gesellschaft " Eduard Gerlach K. G. " mit Sitz in Heidelberg. Gegenstand des Unter - nehmens war der Vertrieb der "Ed u it - Erzeug nisse " . Products of Ger/ach research E'~ ~,,, GTF Gerlac:h tobKco feHl lhe special klbacoo in sheet form , prepated according 1 0 the Ger1ach a roma-pr eserving process l rue l obacco ftavou r l asl-buming natu r altobacco characlerislics EDUIT apecla' man tng agenl without Ie>gIIlly blnding dHlgNltlon coIour - hue and i mpr oved burning l or ligh t and dark cigars EDUIT sPKla' ~t 10 Improve bumlng wh i le ash and l ight ash Solution of problems in the cigar industry EDUARD GERLACH GMBH Postlac h 1165 . 0 - 4 990 Lübbecke 1 . Tel. (0 5 7 41) 80 28129 '---- ~ - -----' ie Tabakhilfsmittel erwie - sen sich als ein geschäft - licher Erfolg . In Verbindung mit Spezialmaschinen machte die Tabakfolie eine Mechanisierung und damit Rationalisierung gro - ßen Stils in der Zigarren industrie möglich. Der Erfolg der Tabak - folien, die in der Tabakindustrie bei der Wickel herstellung Anwen - dung fanden, beruhte vor allem auf dem Einsatz leichtflüchtiger Lösungsmittel als Hilfsstoffe , die bei geringem Energieaufwand für die Trocknung eine hohe Produk - tionsgeschwindigkeit und den Erhalt der Farb - und Aromastoffe des Tabaks ermöglichten.

33. olgende Präparate wurden entwickelt: " Keim-ex " zur Verhütung der Aus - keimung eingelagerter Kartoffeln , " Obsthormon 24 a " zur Verhütung des vorzeitigen Fruchtfalls, " Pflanzen-Wuchsstoff 36 c " zur Reifebeschleunigung von Tomaten, "Wuchsstoff 66 f' zur Anregung des Pflanzenwachstums, " Cermon - Bewurzelungspuder " für Stecklinge, " Cermon-Sprüh- dünger " , ein hormonhaltiges Produkt für die Blattdüngung, " Ceramid" für die Blütenaus - dünnung im Obstbau, Spezial- wuch s stoffe für die Rebenan- zucht. em Commendatore Lodovico Cobbi wurde der Alleinvertrieb der Pflanzen wuchs- stoffe für Italien übertragen . Der Vertrag wurde am 30. Dez. /954 vom deutschen Vertragspartner, der Firma Eduard Cerlach , in Lübbecke unterzeichnet und am /7. jan. /955 vom Comm . L. Cobbi in Cenua gegengezeichnet. Nach dem Tode des L. Cobbi wurde der Vertrieb von der am /6. jan. /98/ in Cenua gegründe - ten " L. Cobbi SRL " übernommen . Beteiligt sind die " I . B . C. SRL " , eine am /2. Dez. /980 gegründete Tochterfirma der Eduard Cerlach CmbH als Mehrheit s gesellscha(- terin und Ciulia Bonissone, die Ehefrau des verstorbenen Com - mendatore L. Cobbi . ie Fußpflege blieb auch in den 50er jahren ein bedeu - tender Produktionszweig der Firma Ed. Cerlach . Zu den angebo - tenen Artikeln dieses Zweiges kam /952 " Cehwol Balsam " hinzu. / o4 Als Tubenpräparat fand " Cehwol Balsam" schnell einen großen Abnehmerkreis . rfolgreiche Versuchsreihen gingen durch Deterts Hände. Das " Lübbecker Tageblatt " veröf- fentlichte am 22. Mai /954 einen Bericht über den Forschungs - und Entwicklungsstand bei der Firma Ed . Cerlach . Das Präparat " Keim - ex " zur Verhinderung der Keimung bei eingelagerten Kartoffeln war entwickelt worden, ebenso Präpa- rate zur Behandlung von Cemüse. Pflanzen waren mit hohen Verdün- nungen von Pflanzenwuchsstoffen behandelt worden. Behandelter Kopfsalat war früher als üblich verkaufsfertig . Bei Äpfeln wurde der Reifeprozeß beschleunigt und vorzeitiger Fru c htfall verhindert.

9. erichte ü m /8. Okt. /936 wurde Göring mit der Durch - führung des " Vierjahresplans " beauftragt. Ziel des Planes war, die deutsche Wirtschaft weitge- hend vom Ausland unabhängig zu machen, eine Krieg s wirtschaft und die Aufrüstung zu ermöglichen. Zahlreiche begleitende Gesetze und Verordnungen griffen regelnd in die Rohstoffversorgung und den Warenverkehr ein. Oie Firmenlei- tungen hatten über die wirtschaft- liche Entwicklung ihrer Betriebe Bericht zu erstatten, so auch der Gerlachsche Betrieb in Lübbecke. Oie staatlichen Direktiven wirkten sich ungünstig auf die Entwick- lung einzelner Produktionszweige aus. Am 23. Nov. 1936 gab Eduard Gerlach u. a. folgenden Bericht: JJ -4 Oie Herstellung und das L. Abfüllen von Medizinal Lebertran-Emulsion war bisher eine der Hauptbeschäftigungen er ie wirtschaftlic e Ent der Belegschaft während der Wintermonate. Auf Anordnung der Deutschen Apothekerschaft muss Medizinal Lebertran-Emulsion nun - mehr in den Apotheken hergestellt werden. Durch diese Anordnung ist die Produktion meines Betriebes, die zum grössten Teil an Apotheker geliefert wurde, stark zurückge - gangen. o Durch die Kontingentierung ~. von Viehlebertran reichen die seitens der ReichsfettsteIle vor - genommenen Zuteilungen nicht aus, um den Bedarf der Landwirt- schaft zu decken. Zur Zeit bin ich gänzlich ohne Vorrat von Vieh - tran; die zahlreichen vorliegenden Aufträge können nicht ausgeführt werden. [. .. ] as Ausfuhrgeschäft in Gehwol-Fabrikaten nach Holland und der Schweiz hatte sich in den letzten jahren zufrie- denstellend entwickelt. Durch die Abwertung in den beiden Ländern ist dieses Geschäft augenblicklich völlig zum Stillstand gekommen. Der Export nach anderen Ländern hat ebenfalls einen Rückgang erfahren " . atastrophale Zustände bei der Versorgung der Bevölkerung, wie sie sich im Ersten Weltkrieg ergeben hatten, sollten in einem kommenden Krieg vermieden werden. Oie Folgen bekam auch die Firma Gerlach zu spüren. Oie Rohstoffzuteilungen für Lebertran wurden verknappt , bzw . Großherstellern wurde die Produktion entzogen . Oie Fette wurden für die Margarineproduk- tion gebraucht. ie Wirtschaft der späten 30er jahre stand unter dem Zeichen des kommenden Krieges . Am /9. jan. 1938 schrieb Eduard Gerlach zur wirtschaftli -

14. Te un Tue ie Kriegsjahre des Zweiten Weltkrieges bedeuteten zwar keine grundsätzliche Um- stellung der Produktion, jedoch eine zwangsläufige Anpassung an einen zunehmenden staatlichen Dirigismus. Am 18. akt. 1940 wurde der " Vierjahresplan " um weitere 4 Jahre verlängert. Sämtliche Produktionszweige wur- den dem staatlichen Reglement der Kriegswirtschaft unterstellt. ie Rohstoffzuteilungen zur Herstellung von Fußpflege- rnitteIn waren verringert worden, obwohl von den militärischen Dienststellen vermehrt Fußpflege- rnittel verlangt wurden. Die Her- stellung von Sikkativen mußte voll- ständig, die von Imprägnierungs- mitteln zum größten Teil einge- stellt werden, weil Harze und andere Rohstoffe beschlagnahmt worden waren. Obwohl als Nahrungsmittelverfälschung ver- boten, wurde noch Butterpulver hergestellt " Butterpulver gehörte zu einer Produktreihe, die schon von Eduard Gerlach dem Älteren begonnen worden war . Butterpulver band überschüssige Sa u re beim Buttern und Sahne- schlage n _ Trotz amtlichen Ver- botes w u r de im Zweiten Weltkrieg auf de r! Bauernhöfen weiter oder wieder gebuttert. Zwischen dem Hause Gerlach und der bäuerli- chen Umgebung gab es zahlreiche Verbindungen. • ~ ~Itlr adjt mit lI<b<"i! ' ~<lIb({ allillid) ein . LG . g < !roß" I <t !I/ur !<. I , ~ , .. Edua r d G e rl ac h : I <".t, Tl _ "",,'!' lü b b e ck e i . W es t r. , ~ - ~ __ __________ .~Jd riegsbedingt fehlten im Gerlachsehen Betrieb Arbeitskräfte. Weibliche Hilf s - kräfte aus dem lokalen Bereich wurden dienstverpflichtet. Ein Teil der im Hause Gerlach tätigen dienstverpflichteten Frauen waren vordem in der Kleiderfabrik Dierks (früher Ruben) mit dem Nähen von Fliegerhosen beschäftigt gewesen. Im Gerlachsehen Betrieb wurden sie im Puderraum und an der Abfüllanlage eingesetzt. Die frühere Mitarbeiterin, Else Deitersen, hat folgende Erinne - rungen an diese Zeit: " In der Fabrik, wo Goldgeist und Fußkrem abgefüllt wurden, waren während des Krieges etwa 12 Mitarbeiter [vornehmlich Frauen] tätig. Für die Fußkremabfüllung in Dosen gab es damals eine Maschine, die mit einem Fließband verbunden war. Goldgeist wurde mit dem kleinen Rundläufer in Unmengen abgefüllt.

30. 7 9 \\ "Betriebsausflug 1956 Schönstes Sommerwetter. z[um] B[ad] 4 " gebadet Frühstück Abfahrt 6 00 50 Personen über Alswede-Levern Diepholz- Vechta zu den Visbecker Stein- denkmälern. Ankunft 7 " . Besichtigung der Steine, Frühstück. Abfahrt 8 50 an Oldenburg 9 '0 . Rundfahrt durch die Stadt unter Führung - ab Oldenburg f " ~ ~ 12 " an Zwischenahn 12 " . l\l~\ '1 Mittagessen im Hof von Oldenburg: Schwe inskoteletten 14 00 zum Strand Motorboot - Fahrt von 14 '0 - 15 40 Ka[ffee] + Ku[chen] bei Gerd v. d . Brügge. ab 16 " über Frisöyte zur Tulsstedter [Thülsfelder] Talsperre. Weiter über Cloppenburg - Lohne zum Schweizerhaus bei Damme. Dort Abendessen, Verlosung - Tanz bis 1 20 • Rückfahrt über Hunte - burg-Bohmte - Levern an Lübbecke 3 ' 0 Ein schöner Tag ohne Missklang." ach in den ersten Nach- kriegsjahren war die Distanz zwischen Arbeitern und Geschäftsleitung nicht zu überse - hen. Wollten Arbeiter den Chef persönlich sprechen, dann legten s ie vor Eintritt in sein Büro die Mützen auf den Boden. 100 Als ein Angestellter der Buchhaltung sich darüber mokierte und meinte, ob es nicht angebracht sei, einen Nagel in die Wand zu schlagen, um die Mützen dort aufzuhängen, war dies ein untrügliches Zeichen dafür, daß sich die Beziehungen in den sozialen Abstufungen zu ändern begannen. Die sozialen Schranken zwischen Arbeitern, Angestellten und der Geschäfts - leitung begannen zu bröckeln.

13. uar un trennen i re arl Gerlach war am 31. Dez. 1937 aus der Firma Eduard Gerlach ausgeschie- den. Er war von Eduard Gerlach zu diesem Schritt gedrängt wor - den, eine Folge persönlicher Auseinandersetzungen. Lucie Gerlach, Ehefrau des earl Gerlach, war am 7. April 1934 gestorben. earl heiratete 1937 Elisabeth Schönewergk. Diese Heirat hatte die Mißbilligung von Eduard Gerlach gefunden. Am 8. Sept. 1937 schrieb Eduard Gerlach sei- nem Vetter earl: " Du weisst, unter welchen Gesichtspunkten und Gründen ich Dich damals in meine Firma aufgenommen habe. In erster Linie wollte ich mich meiner Schwester Lucie gegenüber erkenntli c h zeigen [. .. ]". Im jahre 1938 erfolgte eine weite- re Trennung der geschäftlichen Beziehungen zwischen earl und Eduard Gerlach. Am 20. juli 1938 wurde im Vogelersehen Hause in Lübbecke, Lange Straße 53, vor •• esc a dem Notar Erwin Klug ein Vertrag geschlos s en, an dem die Witwe Luise Vogeier geb. Heitzeberg sowie die Kaufleute und Fabri - kanten Eduard und earl Gerlach beteiligt waren. Oie Witwe Vogeier lebte mit ihrer Tochter (Liese- Latte) , Ehefrau des Gutsbesitzers Rudolf Hüggelmever, in westfäli- scher Gütergemeinschaft auf dem Hüggelhof bei Osnabrück. Oie Witwe Vogeier und ihr verstorbe - ner Ehemann earl Vogeier waren Gesellschafter der " Gesellschaft mit beschränkter Haftung G. Vogeler " , Stückfärberei in Lübbecke. Beider Geschäftsanteile gehörten zum Gesamtgut der Gütergemeinschaft. ie Gesellschaft war am 7 . jan. 1921 mit den Kaufleuten earl Vogeler, Eduard und earl Gerlach als Gesellschaf- tern gegründet worden in Fortführung der Firma G. Vogeler. • erelC e ie Witwe Vogeier und Eduard Gerlach verkauften und übertrugen ihre Gesellschafts- anteile an earl Gerlach , so daß dieser alleiniger Gesellschafter wurde. Am 20. Aug. 1938 erfolgte der entsprechende Eintrag in das Handelsregister beim Amtsgericht Lübbecke. le vorgenommene Trennung war nicht von Dauer , wie es die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung der Firmen Vogeier und Gerlach nach dem Zweiten Weltkrieg zeigen soll- te. Hof H a l we , Lübbe c k e, E c k e Rahd e n e r S tr ./ Bohl e n s traß e

12. B l ic k über d i e Däc h e r d er c h e mi sc h e n F a b r ik E du a r d Ger l ac h, 1 9 41 Arbeitsamt Lübbecke keine Arbeitskräfte vermitteln konn - te. Was nun? - Irgendetwas mußte unternommen werden. Am 6. Mai 1940 setzten sich Herr Gerlach, Herr G. Hollmann und Herr Botterbusch morgens im Privatkontor zusammen, um eine Lösung in der Frage eines ausreichenden Arbeitseinsatzes zu finden. Herr Botterbusch schlug die Veröffentlichung einer Anzeige vor , die sich an alle versteckten Hilfskräfte wenden sollte. - Denn schließlich hat jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau im Kriege die besondere Pflicht zum Mithelfen , ob sonst berufs- tätig oder nicht. " ,) ;' f' WAl, IV- a..:"", 1(), J/ I.fc) : 1'05 ~eutflM ~rtlUenwut fe't Ud) ein 1!übbetfn {iraueu leiitul IreimiUlg ~n1>ultrle~ilfe 9lun lIaben lie mieber einmal ne! einer an· beren GJelegenTjeit i!)re G:inla~oereitldja~ uno ter memeis elteHt. G:ine 1luooeder irma oraumte aur &emältigung bringeuber Wr eiten eine !Unaa!)l '.!träfte. vier Iprang bas ~eutl~e firauenmerf ein unb ber !llppeU an bte fluo. fieder 3rauen ilt, mie uns Me .!treisfrauen. Idjaftsleltung mitteilt, freubiG. aufgenommen morben. G;ine ~anae Wn~alil 'ljrauen lIat lid) jolort aur freimtlligen mttarneit gemelbet •. Zei tun gsa u ssc hn i t te a u s d e n 'Wes t fä li sc h e n N e u es t e n Nac h r i c ht e n ", "Ge f olg sc h a ft s bu c h " 3n flüooede aroeiten nun bie ~rauen ' 1 utfdjen /jrauenmerfes in brei metrieoel ber jjlapieriaori!, Dei .!tdufinann & (1;0. unb nei Cf'b. ()jerlam. 3n ber jjlapierfanrif arneiten 'oie ~ra~en Qaupttämlidj an ber .5eftmafdjine unb fertigen .!tartons unb anberes ·merpaf. fungsmaterial an. 5ie tun unter ben unqe, molinten mebin~unqen freubig unb gern ilire Wrndt, 'oie iljneit Uott 110n ber .5anb geljt unb man barf fiiet mie audj in ben neiben anberen metrienen feHllellen, bafl jidj ,mjfdjen blefen "rauen unb ben bauernb im metriebe täHgen ~lrbeitsfamerabinnen ein jdjönes famerab. Idjaftlimes merfiältnls lieraus~enHbet liat. mei (fierla!!!.. arbeiten, ber 5truftur unb ben Wuf~afieri"'öes metrieDes entfpremenb, 'oie mcl, lien ~rauen, 'oie in ber ,vauptfame als ,vilfs, frlijte einaefe~t linb. !Ja [inb •. <s. (l;remebo. len au füllen. mit (l;eHoplianOlättdjen au ne. legen unb nad) bem 5djlieflen au merpadun, gen 110n je 10 ~olen aulammen.uHel!en. Wn. bere "rauen mi eber oebienen Wnfül!apparate uim. 5ie leiften mit fleilliger ,vanb mertl1ol!e Wroeit, 'oie mejentlidj mit baau neiträgt. bail bie Wufgaoen biefes mctrienes erfüll! merben fönnen. Wir fonti t en uns audj liier fioeraeu. nen, ball 'oie 5timmung ausgeaeimnet mar. Unb menn eine ~lrneit froli l1crrimtet mirb, bann gelit [ie audj Imnell 110n 'ocr ,vanb ...

11. q{Jie bit ~2~IDD1- ~Diron 1W' l\lli~95ja9!'~19qo 9Ql1l2i~el't mUl?be. Gehw I o ' Sais D On 1940 . Oppels . , " Gefolgs h elte aus C aftsbuch " "Wie die C des Kriegsiah ehwol-Saison st J res 194 ert Wurde 0 gemei- M ' . tt Beginn d es Un genen Krieges s s aUfgezwun_ Croßbeda fetzte aUch d r der V\.I er ,Cerlachs C ehrmacht . K ehwol p " In rem' Und C - raserVativ_ , er/achs C h e Wo 1- d Schwei er nach E' sSPuder ' e' V\.I Intritt .. In, etters - A f. Warme ren n ang M . zunahm o ' a, - Stark A . le vorh rbeitskräfi . andenen te reich mehr aus ten nicht A ' Um die . Ufträge Zu be .. Vielen eiligen Arbeiter Waltlgen 0 mangel . er Anlauf der K ' war durch den " b negS . U eral/ So Wirtschaft groß, daß uns das

26. duard Gerlach war nicht nur Drogist , Fabrikant und Ge- sc häftsmann , er entfaltete auch b e achtliche T ä tigkeiten im gesell - s chaftlich-politis c hen Bereich. Von den Wirts c haft s theoretikern über- zeugte Dr. Alfred Müller - Armack, der den Begriff der sozialen Marktwirtschaft prägte und die Wirtschaftsordnung der jungen Republik maßgeblich beeinflußte. Al s der " Verein zur Förderung der s ozialen Marktwirts c haft e. V. " im Oktober 1949 an Eduard Gerlach mit der Bitte herantrat , Verein s - mitglied zu werden, unterschrieb Gerlach am 18. Okt. 1949 die Beitrittserklärung. duard Gerlach war sicher - lich kein Pessimist, jedoch die wirtschaftli c he Lage des jahres 1949 stimmte ihn mehr als nach - denklich . Seiner Ansicht nach war die schlechte wirtschaftliche Lage auf den Lastenausgleich zurückzu - führen , dessen Höhe den wirt- schaftlichen Verhältnissen ni c ht angemess e n war. Gerlach bezog sich auf das S oforthilfegesetz vom 8. Aug. 1949 , das eine vorläufige Vermög e n s abgabe fests c hrieb. Der Sinn war , e inen Lastenaus- glei c h zu s c haffen zugun s ten der Ostflüchtlinge, der Flüchtlinge aus der sowjetisch besetzten Zone, der Kriegsopfer und der Bomben - geschädigten . Eduard Gerlach war durch die gesetzlichen Auflagen verstört. Tagebuchnotiz vom 24. Nov . 1949: " Das G eschäft geht wieder flau . Die im Oktober ein s et - zende Belebung ist durch den Lastenau s gleich völlig abgestoppt. Wenn diese Abgabe in der bisheri- gen Höhe weiter bezahlt werden soll , geht die Wirts c haft vor die Hunde ". Da s jahr 1950 schien sei- nen Sorgen recht zu geben. Am 2. jan . 1951 notierte er: " Ein sor - genvolles jahr hat s einen Ab- sc hluß gefunden . Der Gedanke tägli c h mit Verlusten zu arbeiten , bereitet viel Kummer! Gebe Gott, daß das kommende jahr besseren Geschäftsgang bringt + damit wieder Freude am Leben " . . ts klärun 1 wi<\ - Beitnt er d r sOz i a l e n M a r kt F " rd e run g e Ve r e in z ur 0 ich m e in e ~ B ei tritt z um . kl iife( o ) -. Ünse re n T l: '['fD.l t e r v/' ll I"U e be i trag vo n .. I D o rtroUlld . _ l:.,e n :\.uma h me , dlafi e. ~" . _ L . rn e l ntn au .. ~z u elße 0- I ch ve rpfli dttet n ) un S oM 5 . ! ' ;;' Wir und e in e n m o n s S ,· · ",vo n Ui che n e l u ll .. D M .. ~9 . t- .... ,;;; . /nJe s t ~ . ~ ........... ·· _ üb b8C \::e , 1"! . ....... . . c,,!t . ~?1, ") ~ ö. ü ,. cn 55- A n S CIl • .... d ll a t"d . . 5 ~ ~ r l:~ . ~~ .. . "'-"""""' - """""'" Na tn e : .... ~ ...... ' tt''loeugni ~ . ~ . ~ .,." ...... , ...... , cnem • . p l; . ~ ~ · ,-' Gesdlii f tsz vI' eig : . ..... ..... 1.8 _ , . ~ . lttO . b'!l~ , ... ~949 . . .. ~ ~ b . b . ~ <? ~ . ~ / W ~ ~ '!o .. f , . , , de n .,' " ' ..... . ," .......... " ' .. - . ,,' " e. """ duar d Ger\ a c\1 ,a r1" ~" ~ F abri k """"" : /

Ansichten

  • 427 Total der Ansichten
  • 368 Website-Ansichten
  • 59 Eingebettete Ansichten

Aktionen

  • 0 Geteilt gesamt
  • 0 Likes
  • 0 Dislikes
  • 0 Kommentare

Anzahl teilen

  • 0 Facebook
  • 0 Twitter
  • 0 LinkedIn
  • 0 Google+

Einbettungen 1

  • 13 www.pediando.ch